Wenn Sie oder die/der Koordinator*in Ihrer Organisation geeignete Freiwillige gefunden haben, ist der nächste Schritt, eine Art Einarbeitung mit ihnen zu gestalten. Selbst, wenn Sie durch eine Freiwilligenkoordination unterstützt werden, sollten Sie als Lehrkraft immer Mitverantwortung für Teile der Einarbeitung übernehmen. Lernen Sie auf jeden Fall die Freiwilligen gut kennen, bevor sie den Lernenden vorgestellt werden.

 

Die Vorbereitung der Lehrkraft und der Freiwilligen bevor sie den Kursraum betreten, hat verschieden Funktionen:

Beziehungsaufbau
Der Einarbeitungsprozess bietet eine Chance, eine Beziehung mit jemanden aufzubauen und anzufangen, eine Rollendynamik zu etablieren, mit der Sie wahrscheinlich regelmäßig arbeiten werden.

Informationssammlung
Wenn dies noch nicht während des Bewerbungsprozesses geschehen ist, bietet die Einarbeitung für die Organisation und die Lehrkraft eine Möglichkeit, Informationen von der/dem Freiwillige*n zu bekommen. Das könnten Informationen für Datensicherung, Versicherung und rechtliche Zwecken sein.
Von der Perspektive der Kursleiter*in aus sollten Bewerbung und Einarbeitung einen Überblick über die Fähigkeiten, Vorerfahrungen und das Wissen geben, die Freiwillige in den Unterricht mitbringen. Es sollte ebenfalls klären, was sich die Freiwilligen von ihrer Tätigkeit erwarten, damit sie Sie als Lehrkraft bestmöglich unterstützen können.

Gute Kommunikation zwischen Lehrkraft und Freiwilligen
Die Einarbeitungsphase stellt eine weitere Möglichkeit dar, Ihre Bedürfnisse, Erwartungen und Grenzen bezüglich der Rolle der /des Freiwilligen zu kommunizieren und zu erklären, wie sie am besten Ihren Unterricht unterstützen. Das könnte auch in Form eines Trainings stattfinden, auf das wir weiter unten eingehen werden.
Diese Einarbeitung kann auch dazu genutzt werden, sicherzugehen, dass die Freiwilligen den Kontext der Organisation, in welchem der Unterricht stattfindet und ihren Unterrichtsansatz – sowohl was Werte als auch Methodik betrifft – verstehen. Sie kann auch für den/die Freiwillige einen Raum bieten, Fragen zu stellen und bestätigt zu bekommen, wie die Freiwilligenarbeit funktionieren wird und was sie für Unterschiede machen wird.

Vereinbarung
Schlußendlich dient der Einarbeitungsprozess dazu, eine klare und gegenseitig akzeptierte Vereinbarung zwischen der/dem Freiwilligen und der Lehrkraft zu treffen, wie gemeinsam gearbeitet wird. Dies kann von einem verbalen oder schriftlichem Vertrag unterstützt werden.

 

Einarbeitungstreffen

Das meiste der Einarbeitung wird im Rahmen eines Treffens stattfinden – wahrscheinlich in einer 1:1 Konstellation, idealerweise zwischen Lehrkraft und der/m Freiwilligen.

Welche Themen sollten abgedeckt werden
Untenstehend finden Sie Vorschläge, was mit neuen Freiwilligen innerhalb der Einarbeitungsphase besprochen werden könnte. Nicht alle Themen werden für Ihren Kontext relevant sein - suchen Sie sich Hilfreiches heraus. Während alles in einem Gespräch abgedeckt werden kann, gibt es ebenso die Möglichkeit, der/dem Freiwilligen schriftliche Unterlagen (vor oder nach dem Gespräch) zu übermitteln. Neben den folgenden Überschriften gibt es auch noch stichwortartige Erklärungen als Anregung zu Themen die in der Einarbeitungsphase relevant sein könnten.

Es ist wichtig zu erwähnen, dass diese lange Liste an Punkten, die es zu beachten gilt, kein Ersatz für menschliche Wärme darstellt und dass Sie in vielem auch auf Ihren Instinkt vertrauen können. Jemanden kennenlernen und eine Beziehung aufzubauen ist keine reine Wissenschaft. Es kann enttäuschend sein, wenn Sie das 1:1 Gespräch mit zu viel Formalitäten überladen und sich strikt an eine Checkliste halten!

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"Wenn ich etwas falsch mache, vertraue ich darauf, dass die Lehrkraft erklärt, wie ich es anders machen soll. Diese Gewissheit und dieses Vertrauen ist wichtig, damit diese Kooperation funktioniert."

 

Freiwilliger, Dänemark